Risikomanagement für Geschäftsreisen oft ignoriert

Risiko von Wirtschaftsspionage auf Geschäftsreisen hoch

Sensibilisierung von Mitarbeitern und Kostenanalyse gefordert

Nur jedes dritte deutsche Unternehmen bindet das Risikomanagement für Geschäftsreisen in sein Gesamtmanagement zur Absicherung mit ein. Einer Erhebung des Verbands Deutsches Reisemanagement vdr-service.de zufolge besteht zum Großteil ein Nachholbedarf bei der Integration des oft allein betrachteten Risikomanagements für Geschäftsreisen in ein übergeordnetes Managementsystem. Das sei ein Problem, weil sich die Risiken, mit denen Reisende konfrontiert sein können, oft nicht nur auf vermeintlich unsichere Gebiete beziehen.

Kostenbetrachtung wichtig

"Das Reiserisiko sollte bei Unternehmen in der Reisekostenanalyse Berücksichtigung finden. Auch kommt es auf die Größe der Firma an, inwieweit man spezielle personelle Ressourcen wie einen Sicherheitsverantwortlichen damit beauftragt, einen Risikokatalog zu erstellen und den reisenden Mitarbeiter auf Gefahren vorab hinzuweisen", erläutert Unternehmensberater Gerhard Kluge bsu-kluge.de im pressetext-Gespräch. Dem Experten nach hängt der Grad des Risikomanagements aber immer auch von der jeweiligen Unternehmensstruktur ab.

Die an der Risikomanagement-Studie beteiligten Experten der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ostfalia.de haben ermittelt, dass trotz Risiken nur die Hälfte der Firmen, die bisher auf ein Risikomanagement verzichtet haben, ein solches einführen wollen. Kosten spielen jedoch häufig eine untergeordnete Rolle. Vielmehr fehle es an Zeit, Know-how sowie dem Bewusstsein, dass ein Risikomanagement Unternehmensexistenz und -erfolg sichern und Risikokosten minimieren kann. Denn plötzliche Begebenheiten können schnell teuer werden.

Risiko häufig massiv unterschätzt

"Die Bandbreite an Gefahren ist groß und fängt bei gestohlenen oder vergessenen Laptops an und hört bei Unfällen oder terroristischen Anschlägen auf. Allein aus Kostengründen tun viele Unternehmen gut daran, vor einer Reise zu ermitteln, ob es nicht zeit- und kostengünstiger ist, Mitarbeiter anstatt mit dem Auto, lieber mit dem Flugzeug reisen zu lassen", merkt Kluge auf Anfrage von pressetext an. Insbesondere die Gefahr der Wirtschaftsspionage sollte bei Reisen nicht unterschätzt werden, da sie zur Gefährdung des gesamten Unternehmens führen kann.

Die Umfrage hat gezeigt, dass eine aktive Risikokommunikation und -vorbereitung vonseiten des Unternehmens trotz allen Mahnens nach wie vor kaum eine Rolle spielt. Zwar werden in rund 90 Prozent der Unternehmen die Geschäftsreisenden durch generelle Maßnahmen wie Impfungen und Versicherungen vorbereitet. Aktive Informationsmaßnahmen wie Seminare oder Gespräche mit dem hauseigenen Risikomanager finden jedoch in weniger als 50 Prozent der Betriebe statt. So bereiten sich noch immer drei Viertel der Reisenden selbstständig vor.

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